Vorteile von Scrum in der Produktentwicklung

Der FSDM2OneSumX Adapter ist ein Standardprodukt von ADWEKO, welches die Datenintegration zwischen SAP Financial Services Data Management (FSDM)  und OneSumX von Wolters Kluwer ermöglicht. Als wir mit dem Aufsetzen der Produktentwicklung anfingen, etablierten wir ein klassisches Projektmanagement und arbeiteten nach dem Wasserfallmodell. Zuerst planten, diskutierten und konzipierten wir viel. Erst im Anschluss machten wir mit der Entwicklung und später mit Tests weiter. Im Laufe der Zeit stellten wir fest, dass dieses Vorgehen für unsere Adapterentwicklung nicht optimal ist, weil wir keine schnellen Erfolge erzielen konnten und gefühlt langsamer vorangekommen sind. Nach längerer Analyse der Vor- und Nachteile entschieden wir uns für ein agiles Vorgehen, insbesondere für eine agile Entwicklung des Adapters.

Im Folgenden wird erläutert, welche Best Practices wir entwickelt haben und was die Scrum-Vorteile am Beispiel unserer Standardprodukt-Entwicklung sind.

Kurze und produktive Sprints

Eine der wichtigsten Eigenschaften der Scrum-Methodik ist die zeitliche Aufteilung der Arbeitsphasen in Sprints. Normalerweise umfasst ein Sprint eine bis vier Wochen. Er beginnt mit einem Sprint Planning, in dem die konkreten Aufgaben – User Stories für den Sprint – geplant werden. Das Sprint-Ende markiert ein Review der erzielten Ergebnisse und einer Retrospektive, in welcher die positiven und negativen Vorkommnisse des Sprints besprochen und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Verbesserung der Arbeitsweise getroffen werden. 

In unserem Entwicklungsprojekt haben wir eine Sprint-Länge von drei Wochen festgelegt. Diese Zeitspanne ist optimal an unsere Bedürfnisse angepasst. Einerseits können wir komplexere Themen in mehreren Blöcken unterteilen, um sicherzustellen, dass die Bearbeitung der einzelnen Aufgaben fertiggestellt werden kann. Andererseits können aus den jeweiligen Iterationen klar planbare Soll-Ergebnisse festgelegt werden.

In jedem Sprint können wir eine parallele Arbeit durchführen – Business Analyse, Testkonzeption und Entwicklung. Somit können wir sicherstellen, dass wir einen Gesamtprojektfortschritt erzielen und an allen Fronten arbeiten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass in jedem Sprint ein anderer Fokus gelegt werden kann – beispielsweise konzentrieren wir uns in den letzten Monaten verstärkt auf Business Analyse. Aufgrund der Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Themen (Konzeption, Test und Entwicklung) hat sich für uns als Best Practice erwiesen, dass die Business Analyse in einem Sprint erfolgt und die Entwicklung und Tests im nachfolgenden. Auf diese Weise ist vor dem Übergang in die Entwicklung genug Puffer für etwaige konzeptionelle Anpassungen vorhanden, um zukünftige Code-Korrekturen zu vermeiden, die sich nach neuen Business Analyse Erkenntnissen ergeben.

Ständiger Teamaustausch

Die Dailys, die wir im Rahmen unserer Sprints haben, sind eine gute Möglichkeit für jedes Teammitglied, die erfolgreich abgeschlossenen Tasks des letzten Tages und die aktuell zu bearbeitenden Themen zu präsentieren. Einerseits kommt jeder zu Wort und andererseits konzentriert man sich nur auf das Wesentliche, bedingt durch die zeitliche Limitierung der Dailys – in unserem Fall auf 15 Minuten. Ein kurzer Austausch sorgt für Transparenz im Team, eine nachgelagerte Vertiefung etwaiger Themen und Probleme kann mit den jeweiligen Experten im Nachgang durchgeführt werden, was sich als deutlich effizient erwiesen hat.

Durch die ständigen Status Updates von den einzelnen Teammitgliedern weiß jeder vom Projekt, wo wir stehen und wer welches Thema aktuell bearbeitet. Dadurch wird ein schneller Knowhow-Austausch ermöglicht, weil jeder sich bei Interesse an einem bestimmten Thema direkt im Anschluss darüber informieren kann. Darüber hinaus werden im Review alle bearbeitete User Storys dem ganzen Team präsentiert, was dazu beiträgt, dass alle den gleichen Informationsstand und solides Wissen über alle Projektthemen haben.

Der tägliche Austausch ermöglich es schneller zu reagieren und umzuplanen, falls wir merken, dass das aktuelle Thema nicht mehr so wichtig ist oder viel mehr Zeit in Anspruch nimmt als ursprünglich angenommen. Diese Flexibilität und Anpassungsfähigkeit ist wichtig, wenn man einen intensiven Entwicklungsplan hat und schnell Ergebnisse erzielen möchte.

Kontinuierliche Verbesserung der Prozesse

Ein wichtiges Ziel von Scrum ist die kontinuierliche Verbesserung und Effizienzsteigerung. Diese wird vor allem im Rahmen der regelmäßigen Retrospektive-Termine am Ende jedes Sprints thematisiert. Durch die ständige Überprüfung der Vorgehensweise und Infragestellung der Arbeitsweise versuchen wir durchgehend Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten und diese umgehend im nächsten Sprint zu berücksichtigen. Beispielsweise wurden dadurch unsere Projektdokumentation und die Einarbeitungsprozesse mit jedem weiteren Review-Prozess hinterfragt und entsprechend angepasst und optimiert. Durch diesen wiederkehrenden Prozess ist jedes Teammitglied aufgefordert immer aktiv an der Teamgestaltung und Aufgabenverwaltung, -beschreibung und -verteilung mitzuwirken. Im Vergleich zum Wasserfall-Projektmanagement wird bei der Scrum-Methodik kontinuierlich und von allen daran gearbeitet besser und ergebnisorientierter zu arbeiten, was für ein besseres Team-Gefühl sorgt.

Jira als Übersichtsquelle für den Projektfortschritt

Scrum gibt nicht vor mit welchem Tool man das Product Backlog verwaltet. Unser Projekt hat sich für Jira entschieden. Für uns ist das die zentrale Stelle, wo aktuelle und abgeschlossene User Stories, sowie zukünftige Themen für alle sichtbar gemacht werden. Durch die Verwaltung des Backlogs und der Themen für den aktuellen Sprint bietet sich eine Übersicht des Sprintfortschritts. Zusätzlich ist in Jira eine konkrete Übersicht möglich, wer gerade welche Aufgaben bearbeitet, wie die Aufwandschätzung für die User Stories ist und welche Akzeptanzkriterien vorliegen, damit die entsprechende Aufgabe erfolgreich abgeschlossen wird. Auf Basis von Jira kann man unterschiedliche Reportings aufsetzen, um den Projektfortschritt besser zu analysieren.

Scrum ist eine etablierte Methode, um ein erfolgreiches Projektmanagement vor allem bei Produktentwicklungen zu ermöglichen. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass wir durch die Scrum-Regeln (Artefakte, Ereignisse und Rollen) sofort in der Lage sind auf Änderungen zu reagieren, unsere Arbeitszeit optimaler zu gestalten, schneller Ergebnisse zu produzieren und unsere geplanten Ziele zu erreichen.

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Galina Engelhardt

Galina Engelhardt

Galina Engelhardt ist Manager bei ADWEKO und verfügt über 9 Jahre Erfahrung im Financial Services Bereich. Ihre Schwertpunkte liegen in der Business Analyse, Konzeption und Design von Schnittstellen, Anforderungsmanagement, sowie die Koordinationen und Steuerung von Teams. Aktuell ist Galina Engelhardt in ihrer Rolle als Projektleiter verantwortlich für die Entwicklung von einer standardisierten Schnittstelle zwischen SAP FSDM und Wolters Kluwer's OneSumX.

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