SAP Profitability and Performance Management (PaPM)

Warum beschäftigen wir uns mit SAP PaPM?

Im Risikomanagement erobern kontinuierlich neue Technologien unsere Branche. Um hier immer am Ball zu bleiben, macht es Sinn Expertenteams zu gründen. Ihre Aufgabe ist es sich in genau eine dieser neuen spannenden Thematiken einzuarbeiten. Durch unsere enge Zusammenarbeit mit SAP wurden wir frühzeitig auf „SAP Profitability and Performance Management“ (SAP PaPM) aufmerksam und beschlossen Ende 2017 ein Expertenteam zu bilden. Dieses beschäftigt sich seitdem intensiv mit dem auf der SAP HANA Technologie basierenden Tool. Ausgangspunkt war auch, dass die Wartung des SAP SEM Profit Analyzer durch SAP spätestens 2025 eingestellt werden soll und daher viele Finanzdienstleister gut beraten sind sich rechtzeitig nach einem geeigneten Ersatz umzusehen. Dabei stellt SAP PaPM eine mögliche Option dar, die von SAP ausdrücklich empfohlen wird.

Wie funktioniert SAP PaPM?

Die Anwendung folgt in seiner Umsetzung einem Baukastenprinzip. Dabei werden innerhalb eines Modells (auch Calculation Unit genannt) vorgefertigte Funktionen, die mittels verschiedener Einstellungsmöglichkeiten kundenindividuell angepasst werden können, so zusammengesetzt, dass eine logische Arbeitskette entsteht. Dies ermöglicht zwar die Entwicklung vieler kundenindividueller Lösungen, setzt aber bei deren Umsetzung eine gewisse Erfahrung mit SAP PaPM voraus.

Grundsätzlich bieten die zur Verfügung stehenden vorgefertigten Funktionen zu verschiedenen mathematischen Themengebieten spezifische Einstellungsmöglichkeiten an. So kann z. B. über die Valuation Funktion eine Regel zur Interpolation einer Zinskurve angelegt werden. Oftmals ist es jedoch nötig mehrere dieser Regeln hintereinander zu legen und aufeinander aufbauen zu lassen, damit bei der Ausführung ein in sich geschlossenes Ergebnis herauskommt. Die Generierung eines Cashflows über die Funds-Transfer-Pricing Funktion etwa, erfordert zwei Schritte bzw. Regeln. Im ersten Schritt wird eine Regel vom Typ Flow Modeling verwendet, um eine Zeitreihe aufzubauen. Im zweiten Schritt wird eine Regel vom Typ Rate Modeling verwendet, um festzulegen, welche Beträge zu den im ersten Schritt generierten Zeitpunkten fließen sollen.

Die Logik, die hinter den verschiedenen Regeltypen liegt, ist dabei oft nicht direkt einsehbar. Hier hilft es dann, sich den durch SAP PaPM generierten Code über das SAP HANA Studio anzusehen. Zu Beginn ist daher oftmals die Calculation Funktion des Entwicklers bester Freund, denn hier ist direktes SQL-Coding möglich.

Wie war unsere erste Erfahrung?

Anfang 2018 entschlossen wir uns dazu, SAP PaPM einem unserer Kunden, bei dem wir bereits die Wartung und Weiterentwicklung des SAP Profit Analyzer übernehmen, vorzustellen. Der Kunde beauftragte uns daraufhin einen Proof of Concept (PoC) durchzuführen, um die tatsächliche Eignung eingehender unter die Lupe zu nehmen. Der PoC beinhaltete auch einen Prototypen, in dem wir die Ergebnisrechnung des SAP Profit Analyzer in ihren Grundzügen in SAP PaPM implementierten.

Die Funktionalität des Prototypen reicht von der Generierung der Cashflows über die Erstellung von Zinskurven bis hin zur Berechnung verschiedener Kennzahlen wie Effektivkapital und Zinsertrag sowie deren Barwerte. Grundsätzlich verlief die Entwicklung relativ problemlos. Kurz vor Schluss entschlossen wir uns dann sogar noch dazu, von Version 2 des SAP PaPM auf Version 3 zu wechseln. Dies bedeutete zwar einiges an zusätzlichem Arbeitsaufwand, sollte sich jedoch als Glücksfall herausstellen. Nur so war es uns möglich auch die Cashflows der Beispielgeschäfte direkt in SAP PaPM zu generieren. Die abschließende Präsentation konnte die Kolleginnen und Kollegen aus Fachbereich und IT in jedem Fall überzeugen.

Wie geht es jetzt weiter?

Inzwischen konnten wir schon einiges an Projekterfahrung bzgl. SAP PaPM sammeln. In einem umfangreichen Projekt bei einer großen deutschen Bank sind wir an der Einführung von SAP PaPM als „Strategic Planning Tool“ beteiligt. Bei einem weiteren Projekt übernehmen wir von Anfang an die Einführung von SAP PaPM als Tool zur Allokation von Performance Kennzahlen.

SAP Profitability and Performance Management (PaPM)
Markiert in:                     

Torben Starck

Torben Starck ist Consultant im Bereich SAP Financial Services. Im Vordergrund stehen die fachlichen Themen des Risikomanagements, der Aktiv-Passiv-Steuerung, des Kreditlimits und des Liquiditätsmanagements. Neben den SAP-Systemen und Modulen aus diesem Umfeld bestehen auch erste Erfahrungen mit Softwaresystemen anderer Hersteller.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Social media & sharing icons powered by UltimatelySocial